Redaktion & Produktion


Vulkane des Monats Mai:
Matthew und Hunter (Neukaledonien bzw. Vanuatu)
Kartengrundlage:
mineralienatlas.de


Die Lage von Matthew und Hunter auf einer detaillierteren Karte.


Matthew Island auf einer der raren Fotos, die von diesem Eiland aufzutreiben sind. Matthew ist zu keiner Zeit dauerhaft bewohnt gewesen, aber auf dem Isthmus zwischen den beiden Kratern gibt es Huetten, die von Wissenschaftlern, Militaers, Meteorologen oder auch Langustenfischern temporaer benutzt werden.
Foto: Wikimedia Commons


Auch von Hunter Island gibt es offenbar nicht viele Fotos.
Foto: Wikimedia Commons


Der Inselstaat Vanuatu hat seinen Besitzanspruch auf Matthew (oben) und Hunter (unten) auch schon auf Briefmarken kundgetan.


Vulkane des Monats Mai: Matthew und Hunter

Neukaledonien bzw. Vanuatu (je nach Sichtweise)

Matthew
22.33* S, 171.32* E
Laufnummer Global Volcanism Program: 258010 (ex 0508-01)
Gipfelhoehe: 177m (Westkrater)
Kurzcharakteristik: Stratovulkan

Hunter
22.40* S, 172.05* E
Laufnummer Global Volcanism Program: 258020 (ex 0508-02)
Gipfelhoehe: 297m
Kurzcharakteristik: Stratovulkan

Der gesamte Pazifik ist umstellt von einem Ring aus Feuer. Etwa zwei Drittel aller Vulkane, die waehrend der letzten 10000 Jahre uebermeerisch taetig waren, reihen sich entlang der pazifischen Kontinentalraender und Inselboegen aneinander. Dazu gehoeren auch fast alle hochexplosiven Ausbrueche der juengeren Geschichte: Tambora 1815, Krakatau 1883, Santa Maria 1902, Novarupta 1912, Mount St. Helens 1980, Pinatubo 1991. Aber laengst nicht alle Vulkane entlang des sogenannten ring of fire sind so gross oder bekannt wie die erwaehnten Beispiele. Vor allem in den Weiten der Suedsee verstecken sich manche Vulkangebiete, die auch auf guten Karten kaum auszumachen sind.

Zwei dieser winzigen Lokalitaeten sollen fuer einmal etwas groessere Aufmerksamkeit erhalten: die Matthew- und die Hunterinseln. Beide liegen im Suedpazifik oestlich von Neukaledonien, der Hauptinsel der gleichnamigen franzoesischen Ueberseegemeinschaft mit besonderem Status (collectivite sui generis), beide sind unbewohnt und beide werden nicht nur von Frankreich beansprucht, sondern auch von der Inselrepublik Vanuatu: Die Entfernungen nach Neukaledonien betragen 444 km (Matthew) und 518 km (Hunter), zur suedlichsten vanuatuischen Insel Anatom sind es 279 km (Matthew) und 329 km (Hunter).

Matthew kam im Jahr 1788 auf die Seekarten, nachdem es von einem englischen Schiff aus gesichtet worden war: Kapitaen Thomas Gilbert von der Royal Navy benannte den Ort nach dem Eigner seines Schiffes Charlotte (das uebrigens zuvor Teil der sogenannten First Fleet war, der ersten englischen Straeflingsflotte nach Australien). Heute ist Insel 1200 Meter lang und 500 Meter breit. Es ragen zwei Gipfel auf, die durch eine Landbruecke miteinander verbunden sind: der 177 Meter hohe Westgipfel und der 134 Meter hohe Ostgipfel. Laut Angaben des Global Volcanism Program (GVP) bestand Matthew bis in die 1940er-Jahre nur aus seinem oestlichen Teil. Erst danach baute sich der westliche und inzwischen hoehere Teil auf. Dokumentiert sind vulkanische Ereignisse in den Jahren 1949, 1954 und 1956. Sowohl im Suedwesten als auch im Suedosten reichen Basaltaufschuettungen mehrere hundert Meter weit ins Meer hinaus. Diese Riffe liegen zum groessten Teil unter Wasser, waren aber offenbar auch in neuerer Zeit Schauplatz untermeerischer Eruptionen.

Hunter liegt ca. 42 Seemeilen oestlich von Matthew. Die Insel ist annaehernd trapezfoermig, rund 1000 Meter lang und im Sueden rund 700 Meter breit. Die Kueste besteht aus teilweise senkrecht aufsteigenden Klippen. Nur im Nordwesten gibt es einen kleinen Geroellstrand, vor dem auch der einzige einigermassen passable Ankerplatz liegt. Auf die Seekarten kam Hunter zehn Jahre nach Matthew: 1798 ist sie vom amerikanischen Wahlfaenger Hunter aus inspiziert worden, doch weil sich kein Trinkwasser fand, geriet diese Entdeckung bald wieder in Vergessenheit. Hunter ist je nach Quelle 297 oder 242 Meter hoch und besteht aus mehreren Vulkankegeln. Das Global Volcanism Program (GVP) dokumentiert Ausbrueche in den Jahren 1835, 1841, 1895 und zuletzt 1903.












Buchtipp:

Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern

Vulkanismus aktuell

Im April 2016 taetige Vulkane

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Nyamuragira, Kongo
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Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
Culture Volcan

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