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Vulkan des Monats Mai:
Bagana
Kartengrundlage:
Google Maps


Die Nachrichten, die uns aus dieser abgelegenen Weltgegend erreichen, sind spärlich und lückenhaft, und selbst auf der touristischen Landkarte hat der schwierig erreichbare Bagana keinen Platz – trotz seiner offensichtlichen Attraktivität.
Foto: Steinmetz (homepage)


Der tätige Bagana auf einer Aufnahme vom 11. Mai 1944, als alliierte Truppen die Insel Bougainville weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht hatten.
Quelle: National Archives


Am 27. Oktober 1948 war ein General Floyd L. Parks in einem Flugzeug über Bougainville unterwegs und wollte eigentlich nur den markanten, vorerst bloss leicht dampfenden Gipfel fotografieren, als der Vulkan plötzlich explodierte und eine Eruptionswolke rund 9000 Meter hoch in den Himmel jagte.
Quelle: Life Magazine,
29. November 1948

Vulkan des Monats Mai: Bagana

Papua-Neuguinea/Bougainville
6.14°S, 155.20°E
Laufnummer Global Volcanism Program: 0505-02
Gipfelhöhe: ca. 1850 m.ü.M.*
Kurzcharakteristik: Lavakegel

Von Papua-Neuguinea, dem erst seit 1975 souveränen Inselstaat im Pazifik, hört man hierzulande nicht allzu oft. Allenfalls in den Wirtschaftsnachrichten gibt es ab und zu Meldungen über den Bergbau in dieser Gegend. Aber sonst muss schon ein Vulkan ausbrechen. Dann erreichen auch uns gelegentlich Fotos aus dieser abgelegenen Ecke dieser Erde. Immerhin umfasst dieser Staat, der flächenmässig etwa zehnmal so gross ist wie die Schweiz und zu dem eine unüberschaubar grosse Zahl an Inseln gehört, nicht weniger als 50 übermeerische Vulkane, die in der Liste der aktiven Vulkane der Welt figurieren.

Einige davon sind praktisch dauernd tätig. Dazu gehört etwa der Bagana, der im Innern der ihrerseits nach Unabhängigkeit strebenden Insel Bougainville aufragt. Obwohl der annähernd symmetrisch geformte Kegel ein markantes Bild abgibt, dürfte es sich bei diesem Vulkan um eine recht junge Erscheinung handeln, nicht älter als ein paar hundert Jahre. Denn rechnet man die aktuelle Förderrate hoch, dann hätten 300 Jahre für die Bildung dieses rund 1850 Meter* hohen Kegels gereicht!

Abwegig ist diese Hochrechnung keineswegs, denn das Global Volcanism Program (GVP) dokumentiert für diese Lokalität eine sehr rege, eigentlich ständige und zeitweise auch sehr heftige Tätigkeit. So wurde eine Eruptionsphase in den 1950er-Jahren gar mit einem VEI von 4 taxiert (war also hochexplosiv). Üblicherweise dominieren aber Einträge mit einem VEI von 3 oder 2. Meist traten dabei zähflüssige andesitische Laven aus, die sich am Fuss des Kegels als zungenförmige Lappen übereinanderwölbten, und recht häufig ist am Bagana auch der Niedergang pyroklastischer Ströme.

Wegen der abgeschiedenen Lage des Vulkans und den andauernden Stammeskonflikten auf der Insel Bougainville stützen sich aktuelle Meldungen über das Geschehen am Bagana meist auf Beobachtungen aus der Luft bzw. aus dem Weltraum. Auch die jüngsten Meldungen vom Bagana basieren auf Analysen von Satellitenbildern und Winddaten, die das in Darwin angesiedelte Volcanic Ash Advisory Centre (eines von weltweit 9 solcher Zentren) verbreitete: Demnach stiegen Aschewolken über dem Bagana am 10. und 11. April 2013 auf eine Höhe von 2,4 km, am 15. April auf eine Höhe von 1,8 km und am 16. April bis zu einer Höhe von 3 km.


* die Angaben über die Gipfelhöhe variieren je nach Quelle zwischen 1750 mü.M. (GVP) und 1999 mü.M.

Buchtipp:

Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern

Vulkanismus aktuell

Im April 2013 tätige Vulkane

Stromboli, Italien (Dauertätigkeit)
Ätna, Italien (Dauertätigkeit)
Karymsky, Kamtschatka/Russland
Kizimen, Kamtschatka/Russland
Tolbachik, Kamtschatka/Russland
Shiveluch, Kamtschatka/Russland
Chirpoi, Südliche Kurilen
Suwanose-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Sakura-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Paluweh (Rokatenda), Indonesien
Batu Tara, Indonesien
Lokon Empung, Indonesien
Dukono, Indonesien (Dauertätigkeit)
Manam, Papua-Neuguinea (Dauertätigkeit)
Langila, Neubritannien
Rabaul, Neubritannien
Bagana, Bougainville (Dauertätigkeit)
Tinakula, Salomonen (Dauertätigkeit)
Ambrym, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Yasur, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Kilauea, Hawaii/USA (Dauertätigkeit)
Cleveland, Alaska/USA
Colima, Mexico
Popocatepetl, Mexiko
Santa Maria, Guatemala (Dauertätigkeit)
Fuego, Guatemala (Dauertätigkeit)
Pacaya, Guatemala
Arenal, Costa Rica (Dauertätigkeit)
Galeras, Kolumbien
Reventador, Ecuador
Tungurahua, Ecuador
Sangay, Ecuador (Dauertätigkeit)
Soufriere Hills, Montserrat
Erta Ale, Aethiopien (Dauertätigkeit)
Ol Doinyo Lengai, Tansania (Dauertätigkeit)
Nyiragongo, Kongo (Dauertätigkeit)
Erebus, Antarktis (Dauertätigkeit)

Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
SVEUROP



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