Redaktion & Produktion


Vulkans des Monats Januar:
Zubair-Archipel im Roten Meer vor der Küste Jemens.
Kartengrundlage:
mineralienatlas.de


24. Oktober 2007:
Damalige Situation im Zubair-Archipel.
Bild: NASA


23. Dezember 2011:
Eruptionswolke nördlich von Rugged Island zeugt von der Geburt einer neuen Insel.
Bild: NASA


7. Januar 2012:
Bereits hat sich eine deutlich sichtbare Insel geformt.
Bild: NASA


15. Januar 2012:
Aktuelle Situation im Zubair-Archipel.
Bild: NASA

Vulkan des Monats Januar: Zubair-Archipel

Jemen (Rotes Meer)
15.05°N, 42.18°E
Laufnummer Global Volcanism Program: 0201-02
Gipfelhöhe: ? mü.M.
Kurzcharakteristik: Schildvulkan

Im Zubair-Archipel im Roten Meer, einer Gruppe von etwa einem Dutzend kleiner Inseln und Untiefen rund 60 Kilometer vor der Küste Jemens, konnte kürzlich die Geburt einer neuen Insel dokumentiert werden: Zuerst beobachteten Fischer, wie Lavafontänen hoch über einer Eruptionsstelle nördlich von Rugged Island aus dem Meer ausgeschleudert wurden, und inzwischen ist das neu entstandene Eiland auch auf Satellitenbildern zu sehen (vgl. Bildstrecke links).

Eingesetzt haben die übermeerisch sichtbaren Auswürfe offenbar am 19. Dezember 2011. Vier Tage später schoss der Nasa-Erdbeobachtungssatellit EO-1 ein Bild von diesem Gebiet. Es zeigt eine Insel, die auf einer Aufnahme vom Oktober 2007 noch nicht zu sehen ist. Über dem Eiland steigt eine helle Eruptionswolke auf – ein Gemisch aus vulkanischer Asche und Wasserdampf. Ein weiteres Bild zeugt davon, dass die Eruptionen auch am 7. Januar 2012 noch anhielten und in eine lavafördernde Phase übergegangen sind. Doch inzwischen (Stand 15. Januar) scheint die eruptive Tätigkeit an dieser Stelle bereits wieder abgeklungen zu sein.

Die neue Insel hat eine beachtliche Grösse von deutlich mehr als 500 Metern Länge erreicht. Während solche Neubildungen in manchen Gewässern oft nicht lange einer starken Brandung und heftigen Stürmen widerstehen können und bald wieder verschwinden, sind die Aussichten für dieses – vorerst noch namenlose Eiland – im relativ ruhigen Roten Meer wesentlich besser. Schliesslich haben die ähnlich entstandenen Nachbarinseln auch schon ein gewisse Zeit Bestand. Laut Datenbank des Global Volcanism Program sollen sich die bislang letzten Eruptionen im Zubair-Archipel Mitte des 19. Jahrhunderts ereignet haben (1846 auf der weiter entfernten Saddle Island).

Es ist keineswegs überraschend, dass sich in diesem Gebiet ein Vulkanausbruch ereignet hat. Das Rote Meer ist ein sogenannter Grabenbruch, der zusammen mit den sternförmig aufeinander zulaufenden Grabenbrüchen Ostafrikas und des Golfs von Aden die Erdkruste am Rande der Arabischen Halbinsel unter enorme Spannungen setzt. Davon zeugen ausgedehnte Verwerfungen, häufige Erdbeben sowie die gelegentlich vorkommenden Vulkanausbrüche in dieser Gegend. Vor allem der südliche Teil des Roten Meers hat in jüngerer Zeit viel geologische Aktivität erlebt.



Empfohlener Link mit eindrücklichen Bildern des jüngsten Ausbruchs, aufgenommen aus einem jemenitischen Marine-Hubschrauber:
http://www.youtube.com/watch?v=YoMLNEJC-Nk





Buchtipp:

Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern

Vulkanismus aktuell

Im Januar 2012 tätige Vulkane

Stromboli, Italien (Dauertätigkeit)
Ätna, Italien (Dauertätigkeit)
Zubair-Archipel, Rotes Meer/Jemen
Karymsky, Kamtschatka/Russland
Kizimen, Kamtschatka/Russland
Shiveluch, Kamtschatka/Russland
Suwanose-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Sakura-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Lewotolo, Indonesien
Batu Tara, Indonesien
Dukono, Indonesien (Dauertätigkeit)
Ambrym, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Yasur, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Kilauea, Hawaii/USA (Dauertätigkeit)
Cleveland, Alaska/USA
Popocatepetl, Mexico
Santa Maria, Guatemala (Dauertätigkeit)
Fuego, Guatemala (Dauertätigkeit)
Arenal, Costa Rica (Dauertätigkeit)
Turrialba, Costa Rica
Tungurahua, Ecuador
Sangay, Ecuador (Dauertätigkeit)
Cordon Caulle, Chile
Chaiten, Chile
Soufriere Hills, Montserrat
El Hierro, Kanarische Inseln
Erta Ale, Aethiopien (Dauertätigkeit)
Ol Doinyo Lengai, Tansania (Dauertätigkeit)
Nyamuragira, Kongo
Nyiragongo, Kongo (Dauertätigkeit)
Erebus, Antarktis (Dauertätigkeit)

Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
SVEUROP



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