Redaktion & Produktion


Vulkans des Monats Februar:
Paektu-san im Grenzgebiet zwischen Nordkorea und China
Kartengrundlage:
mineralienatlas.de


Der Gipfelkrater füllte sich zu einem grossen See, dem Chonji (See des Himmels) auf koreanisch bzw. Tianchi auf chinesisch. Sein Durchmesser von Norden nach Süden misst 4 Kilometer, und er erreicht eine Tiefe von knapp 400 Metern.
Bild: NASA


Während der Sommermonate ist der Berg ein beliebtes Touristenziel, wobei ihn die meisten ausländischen Touristen von der chinesischen Seite (im Hintergrund) aus begehen.
Bild: Wikipedia


Zugang zum Gipfelkrater von der chinesischen Seite her.
Bild: Wikipedia

Vulkan des Monats Februar: Paektu-san

Nordkorea/China
41.98°N, 128.08°E
Laufnummer Global Volcanism Program: 1005-06-
Gipfelhöhe: 2744 mü.M.
Kurzcharakteristik: Stratovulkan

Nirgendwo treibt eine Staatsideologie so skurile Stilblüten wie jene Nordkoreas. Weil der am 17. Dezember 2011 verstorbene Kim Jong Il keinem schnöden Herzinfarkt zum Opfer gefallen sein durfte, verbreitete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA eine offizielle Version von seinem Tod, bei der ein heiliger Berg eine entscheidende Rolle gespielt habe: der Paektu-san. Bevor der "geliebte Führer" starb, habe der Himmel über diesem Gipfel rot geleuchtet und sei das ewige Eis in seinem Innern mit ohrenbetäubendem Getöse geborsten...

Nüchterner betrachtet handelt es sich beim Paektu-san um einen Stratovulkan an der Grenze zwischen der nordkoreanischen Provinz Ryanggang-do und der chinesischen Provinz Jilin. Er ist der höchste Berg der Mandschurei und der Koreanischen Halbinsel, und entsprechend trägt er viele Namen. In Korea wird er wie erwähnt Paektu-san (weissköpfiger Berg) genannt, in China Changbai-shan (immerweisser Berg), und daneben gibt es offenbar noch eine ganze Reihe von Synonymen (Baegdu, Baekdoo-san, Baitou-shan oder Taebaek-san).

Seinen grössten Ausbruch hatte er vor etwa eintausend Jahren. Laut der Datenbank des Global Volcanism Program soll es sich um eine extrem starke, hochexplosive Eruption mit riesigen Mengen an weggesprengtem Material gehandelt haben. Entsprechend werden die damaligen Ereignisse auf dem 8-stufigen Vulkan-Explosivitäts-Index (VEI) mit dem zweithöchsten Wert von 7 taxiert - sind also vergleichbar mit dem Ausbruch des Tamora im Jahr 1815, der ebenfalls mit einem VEI von 7 eingestuft wird und bei dem das Auswurfvolumen rund 100 Kubikkilometer betrug.

Weitere Ausbrüche, allerdings bedeutend kleinere, folgten möglicherweise in den Jahren 1413 und 1597, und dokumentiert sind dann Eruptionsphasen in den Jahren 1668 ,1702, 1898 und zuletzt 1903.

Buchtipp:

Felix Frank
Gefahrenzone Erde.
Vulkanausbrüche - Erdbeben - Tsunamis
Ott Verlag, Bern

Vulkanismus aktuell

Im Januar 2012 tätige Vulkane

Stromboli, Italien (Dauertätigkeit)
Ätna, Italien (Dauertätigkeit)
Santorini, Griechenland (Alert)
Zubair-Archipel, Rotes Meer/Jemen
Karymsky, Kamtschatka/Russland
Kizimen, Kamtschatka/Russland
Shiveluch, Kamtschatka/Russland
Suwanose-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Sakura-jima, Japan (Dauertätigkeit)
Lewotolo, Indonesien
Batu Tara, Indonesien
Dukono, Indonesien (Dauertätigkeit)
Ambrym, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Yasur, Vanuatu (Dauertätigkeit)
Kilauea, Hawaii/USA (Dauertätigkeit)
Cleveland, Alaska/USA
Popocatepetl, Mexico
Santa Maria, Guatemala (Dauertätigkeit)
Fuego, Guatemala (Dauertätigkeit)
Arenal, Costa Rica (Dauertätigkeit)
Turrialba, Costa Rica
Tungurahua, Ecuador
Sangay, Ecuador (Dauertätigkeit)
Cordon Caulle, Chile
Chaiten, Chile
Soufriere Hills, Montserrat
El Hierro, Kanarische Inseln
Erta Ale, Aethiopien (Dauertätigkeit)
Ol Doinyo Lengai, Tansania (Dauertätigkeit)
Nyamuragira, Kongo
Nyiragongo, Kongo (Dauertätigkeit)
Erebus, Antarktis (Dauertätigkeit)

Quellen:
Global Volcanism Program
NASA Earth Observatory
Eruptions/Erik Klemetti
Volcano Live/John Seach
SVEUROP



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